Huch, schon wieder Donnerstag. Die Zeit verfliegt. Sogar wenn man keine Schokolade isst.
Nachdem ich gestern zum Abendessen einen großen Salatteller auswärts hatte, und damit zum ersten Mal meine tägliche Punktzahl komplett ausgeschöpft habe, rebelliert mein Körper etwas. Soll heißen der Salat hat den direkten Weg genommen. Sozusagen die Autobahn. Mit unbegrenzter Geschwindigkeit. Aber ich muss ja zugeben, das ist normal bei mir. Ich hab noch nicht so ganz genau rausgefunden woran es liegt, vielleicht irgendein Konservierungsmittel in der Soße. Mit selbstgemachten Salaten (und Soßen) habe ich dieses Problem nämlich nicht. Aber ich schweife vom Thema ab. Davon also mal abgesehen läuft bis jetzt alles prima. Also, überraschend gut!
Ich hatte mit Entbehrungen gerechnet, Heulkrämpfen weil die tröstende Wirkung schmelzender Schokolade auf meiner Zunge ausbleibt, aber nein, nichts dergleichen. Der Montag begann sogar so gut, dass ich meine erlaubte Punktzahl bei weitem unterschritten habe. Ich weiß nicht mal warum, vielleicht hat mir das Lesen über Essen und Trinken den Appetit verdorben? Hm, unwahrscheinlich. Jedenfalls hab ich den halben Tag eigentlich nichts gegessen. Und was ich Abends gekocht habe konnte den Punkteverlust vom vormittag nicht wirklich ausgleichen. Ich weiß, soll man nich. Aber ich mach so wie ich will. Und ich betrachte das als guten Anfang.
Das Tolle ist ja, dass man nicht wirklich verzichten muss. Beispiel. Seit einigen Monaten haben mein Freund und ich es uns angewöhnt nach dem gemeinsamen Abendessen einen Nachtisch zu essen. Das macht süchtig. Vergleichbar mit der Zigarette danach. Ich hab das Abnehmen glaube ich vor allem deshalb so vor mir hergeschoben, weil ich nicht verzichten wollte, nicht auf Nachtisch und nicht auf was zwischen den Zähnen beim Fernsehen abends. Und so essen wir jetzt nach der Hauptmahlzeit eben ein Wassereis am Stiel, anstatt selbstgemachtes Schokoladenparfait. Und es wirkt! Süßer Geschmack auf der Zunge und Nachtisch-Essens-Akt zelebriert und mein Kopf kommt sich so vor wie immer, während mein Körper ihm die Zunge rausstreckt und sich freut dass er bald schmaler wird. (Der gefällt sich nämlich auch nicht so dick, wissen sie.) Und auch abends vor dem Fernseher muss ich nicht dasitzen und Fingernägel kauen. Ich esse jetzt eben nur einen Apfel und drei Butterkekse. Anstatt Popcorn und Erdnuss-Flips. Und das schmeckt sogar! Wer hätte das gedacht? Letzte Woche hätte ich noch unter Eid geschworen, dass die Butterkekse nur mit dieser Schokoladenschicht überzogen genießbar sind…
Also ja, vorherrschende Stimmung: Optimismus. Man denkt jedoch viel mehr über sein Essen nach, wälzt ständig Tabellen und rechnet rum um zu sehen welches Eis wieviel Punkte hat. Aber es geht gut. Ich hab ja auch die Zeit dafür. Meine fünf Rationen Obst oder Gemüse schaffe ich gerade so. Allerdings das Trinken, das überfordert mich noch. Es pappen schon Zettelchen an sämtlichen Spiegeln mit Aufschriften wie “Ein Glas Wasser nach dem Aufstehen”, aber das hat bisher noch nicht so wirklich gewirkt. Obwohl ich jetzt schon mal mit einem Glas Wasser hier sitze während ich schreibe. Okay, es ist kein Glas Wasser sondern ein Glas Tee. Ich bin gestern auf Früchtetee umgeschwenkt, den ich in einer Tasse aufgieße, 15 Minuten ziehen lasse und dann in einer Kanne mit Wasser auf einen Liter aufgieße. Sozusagen selbstgemachter Eistee ohne Eis (bin ich zu faul für), dafür aber auch ohne Zucker. Schmeckt einfach besser als Wasser. Und wenns gar nicht mehr geht darfs auch mal ein Glas Cola Zero sein.
Und meine Haut begrüßt die Ernährungsumstellung mit ‘ner richtigen Party. Da ich schon keinen Streuselkuchen mehr essen darf, dachte sie sich, sollte ich wohl wenigstens wie einer aussehen. Irgendwie dachte ich mit gesünderer Ernährung würde die Haut gesünder aussehen. War eventuell naiv. Vorteil: Man wird mal wieder mit dem Worten begrüßt “Hui, Du siehst ja aus wie 14!”