Die Trinkfalle

Zwischenbilanz nach einer Woche: -2 kg.

‘n Anfang, oder? Und folglich hat sich meine Punktzahl auch zum ersten Mal reduziert. Im Laufe dieses „Abnehm-projektes“ soll es noch ein zweites Mal so weit sein. (Aber ich will mir ja nich selber vorgreifen…)

Allerdings hab ich jetzt 3 Tage lang Stillstand gehabt. Zunächst war ich ratlos, aber ich hab rausgefunden was die Ursache war. Also vermutlich. Mein Wasser ist Schuld!

Arglos hab ich zwei Flaschen von diesem leckeren Moment genossen. Und endlich mal meine 2-Liter-Tagesration geschafft. Erst gegen Ende der ersten Flasche ist mir der Gedanke in den Sinn gekommen, dass dieses Getränk nicht punktelos an mir vorüberging (oder wohl eher durch mich durchlief). Upsi! 1 Punkt pro Glas. Das hat natürlich meine Tabelle gesprengt. Deshalb ab sofort: Vorsicht mit der Trinkfalle!

Schade, ich war irgendwie froh eine Abwechslung zu meinem selbstgemachten Eistee gefunden zu haben.

Motivation: nach wie vor gut.

Man darf ja was man will. Man überlegt es sich nur jetzt eben dreimal ob man die Punkte des gesamten Tages in eine Pizza investiert oder doch lieber selbst was kocht.

Angst: nicht mehr.

Es fällt bisher bei weitem nicht so schwer wie ich es befürchtet hatte. Aber ich will mal den Mund nicht zu voll nehmen. Sehen wir wie’s weitergeht…

Der große Hunger…

…gestern kam er und hat mich hinterhältig von der Seite angesprungen.

Gestern war der erste Tag an dem ich mich mit gekochten Kartoffeln nach dem Abendessen erst mal so richtig satt essen musste. Das erlaubt Weight Watchers ausdrücklich. Für zwei Punkte soviel Kartoffeln wie man kann. Also, das Gericht war lecker, keine Frage, aber einfach…  so wenig. Und zum Glück hatte ich noch nicht alle Punkte für den Tag aufgebraucht, denn diesmal bin ich auch mit einem Apfel vorm Fernseher abends nicht davongekommen. Habe tatsächlich noch ein Käsebrötchen hinterherschieben müssen bis ich mich gesättigt gefühlt hab. Vielleicht merkt mein Körper jetzt dass es ihm an die Fettreserven geht?

Bilde mir übrigens ein, dass die Speckröllchen schon ein bisschen kleiner geworden sind…

Aller Anfang ist schwer?

Huch, schon wieder Donnerstag. Die Zeit verfliegt. Sogar wenn man keine Schokolade isst.

Nachdem ich gestern zum Abendessen einen großen Salatteller auswärts hatte, und damit zum ersten Mal meine tägliche Punktzahl komplett ausgeschöpft habe, rebelliert mein Körper etwas. Soll heißen der Salat hat den direkten Weg genommen. Sozusagen die Autobahn. Mit unbegrenzter Geschwindigkeit. Aber ich muss ja zugeben, das ist normal bei mir. Ich hab noch nicht so ganz genau rausgefunden woran es liegt, vielleicht irgendein Konservierungsmittel in der Soße. Mit selbstgemachten Salaten (und Soßen) habe ich dieses Problem nämlich nicht. Aber ich schweife vom Thema ab. Davon also mal abgesehen läuft bis jetzt alles prima. Also, überraschend gut!

Ich hatte mit Entbehrungen gerechnet, Heulkrämpfen weil die tröstende Wirkung schmelzender Schokolade auf meiner Zunge ausbleibt, aber nein, nichts dergleichen. Der Montag begann sogar so gut, dass ich meine erlaubte Punktzahl bei weitem unterschritten habe. Ich weiß nicht mal warum, vielleicht hat mir das Lesen über Essen und Trinken den Appetit verdorben? Hm, unwahrscheinlich. Jedenfalls hab ich den halben Tag eigentlich nichts gegessen. Und was ich Abends gekocht habe konnte den Punkteverlust vom vormittag nicht wirklich ausgleichen. Ich weiß, soll man nich. Aber ich mach so wie ich will. Und ich betrachte das als guten Anfang.

Das Tolle ist ja, dass man nicht wirklich verzichten muss. Beispiel. Seit einigen Monaten haben mein Freund und ich es uns angewöhnt nach dem gemeinsamen Abendessen einen Nachtisch zu essen. Das macht süchtig. Vergleichbar mit der Zigarette danach. Ich hab das Abnehmen glaube ich vor allem deshalb so vor mir hergeschoben, weil ich nicht verzichten wollte, nicht auf Nachtisch und nicht auf was zwischen den Zähnen beim Fernsehen abends. Und so essen wir jetzt nach der Hauptmahlzeit eben ein Wassereis am Stiel, anstatt selbstgemachtes Schokoladenparfait. Und es wirkt! Süßer Geschmack auf der Zunge und Nachtisch-Essens-Akt zelebriert und mein Kopf kommt sich so vor wie immer, während mein Körper ihm die Zunge rausstreckt und sich freut dass er bald schmaler wird. (Der gefällt sich nämlich auch nicht so dick, wissen sie.) Und auch abends vor dem Fernseher muss ich nicht dasitzen und Fingernägel kauen. Ich esse jetzt eben nur einen Apfel und drei Butterkekse. Anstatt Popcorn und Erdnuss-Flips. Und das schmeckt sogar! Wer hätte das gedacht? Letzte Woche hätte ich noch unter Eid geschworen, dass die Butterkekse nur mit dieser Schokoladenschicht überzogen genießbar sind…

Also ja, vorherrschende Stimmung: Optimismus. Man denkt jedoch viel mehr über sein Essen nach, wälzt ständig Tabellen und rechnet rum um zu sehen welches Eis wieviel Punkte hat. Aber es geht gut. Ich hab ja auch die Zeit dafür. Meine fünf Rationen Obst oder Gemüse schaffe ich gerade so. Allerdings das Trinken, das überfordert mich noch. Es pappen schon Zettelchen an sämtlichen Spiegeln mit Aufschriften wie „Ein Glas Wasser nach dem Aufstehen“, aber das hat bisher noch nicht so wirklich gewirkt. Obwohl ich jetzt schon mal mit einem Glas Wasser hier sitze während ich schreibe. Okay, es ist kein Glas Wasser sondern ein Glas Tee. Ich bin gestern auf Früchtetee umgeschwenkt, den ich in einer Tasse aufgieße, 15 Minuten ziehen lasse und dann in einer Kanne mit Wasser auf einen Liter aufgieße. Sozusagen selbstgemachter Eistee ohne Eis (bin ich zu faul für), dafür aber auch ohne Zucker. Schmeckt einfach besser als Wasser. Und wenns gar nicht mehr geht darfs auch mal ein Glas Cola Zero sein.

Und meine Haut begrüßt die Ernährungsumstellung mit ‘ner richtigen Party. Da ich schon keinen Streuselkuchen mehr essen darf, dachte sie sich, sollte ich wohl wenigstens wie einer aussehen. Irgendwie dachte ich mit gesünderer Ernährung würde die Haut gesünder aussehen. War eventuell naiv. Vorteil: Man wird mal wieder mit dem Worten begrüßt „Hui, Du siehst ja aus wie 14!“

3… 2… 1… Es geht los!

Hm, das war mein letztes Wochenende in Freiheit. Jedenfalls nahrungsmitteltechnisch gesehen. Ich hatte mich ja gefragt ob nochmal fett reinhauen an dieser Stelle angebracht wäre. Aber da das wie sich selber ein Bein stellen ist, oder aus Wut gegen die Wand treten (man weiß dass es nicht gut ausgeht und trotzdem verschafft es einem kurzfristige Befriedigung) hab ich’s gelassen. Gemeinsam mit meinem Freund hab ich  heute Nacht um 12 ein letztes Stückchen Kuchen gefuttert. Ich glaub `s wird ernst jetzt, oder?

Aaaalso, Bestandsaufnahme:

Größe 1,65 m

Gewicht: 81,5 kg       Zuviel. Gut, soweit waren wir schon.

Mit diesen Informationen kann ich jetzt nicht nur meinen Body-Mass-Index berechnen sondern lege auch fest wie umfangreich mein Speiseplan die nächsten Tage sein wird.

Motivation: gut

Ich werde mich nicht täglich wiegen, sondern wöchentlich. Außerdem werde ich jeden Tag ein Foto von mir schießen, allerdings nur für mich. Ich werde nach dem Weight Watchers Punktesystem essen und trinken. Ich habe auch mehrere Kochbücher hier und Listen, Listen, Listen, durch die ich mich jetzt zunächst einmal durcharbeiten muss.

Angst: ja

Zunächst mal Bammel, dass das mit dem bewußten Essen und jede Mahlzeit aufschreiben und berechnen aus Mangel an Disziplin in die Hose geht. Disziplin war in den letzten Jahren nicht unbedingt meine Stärke. Eher Maßlosigkeit… wie auch immer. Da ist außerdem ja auch noch die generelle Versagensangst die einen bei solchen Vorhaben immer begleitet. Wenn man am Ende doch wieder einen Verlust einstecken muss und sich deswegen noch schlechter fühlt. Als ob das Problem an sich nicht schon schlimm genug wäre.

Was ich schon weiß: Ich muss mich auf 5 x Obst und Gemüse am Tag umstellen. Viiiiel trinken, 1,5 bis 3 Liter täglich. Leise Zweifel ob ich das schaffen kann habe ich jetzt bereits, denn üblicherweise bin ich froh wenn ich es auf einen Liter am Tag schaffe. Alkohol = böse. Nicht nur, dass er unheimlich Kalorien mit sich bringen kann die man nicht erwartet, nee, das Zeug macht auch noch so hemmungslos, dass man wieder an der Schokolade lecken möchte.

Also gut, dann wollen wir mal, kommt her ihr Listchen und Tabellchen…

Abnehmen

Welche Frau möchte das nicht? Ehrlich, fragen sie mal beliebig Frauen in Ihrer Umgebung. Nein, das war eigentlich kein guter Rat, denn diese Frage ist mit Vorsicht zu genießen und kann Konsequenzen nach sich ziehen. Dennoch: mindestens jede zweite wird etwas an ihrer Figur auszusetzen haben und ist der Meinung es ließe sich durch Abnehmen beheben.

Aber bei mir ist das was anderes.

Hm, wahrscheinlich sagt das auch jede Frau…

Ich habe viele schöne Jahre ein prima Gewicht mit meinen 60 Kilo +/- gehabt. Natürlich habe ich mich trotzdem immer zu dick gefühlt. Und so ist es auch in diesem Punkt wie es immer ist: Man weiß erst dann was man hat, wenn man es nicht mehr hat.

Dann kam meine Diplomarbeit. Und brachte die umwerfende Erkenntnis mit sich, dass ich ein Stressesser bin. An sich auch nicht so schlimm, hätten sich nicht gute 4 Jahre hemmungslosen Schlemmens angeschlossen. Und ja, ich will ehrlich sein, ich weiß genau wo sie herkommen, die 20 überflüssigen Kilos.

Am Anfang ließen sie sich ja noch prima verstecken, unter Pullundern, Jäckchen, Ponchos, aber schon bald wurden die Hosen untragbar. Dann hörte Sport auf Spaß zu machen. Dann war Weihnachten, Silvester, Geburtstag. (Sie kennen ja die Ausreden.) Dann war es sowieso egal. Die Waage wurde weggepackt und mein Körper seinem Schicksal überlassen.

Ich weiß, mein Fehler. Und jetzt muss ich ihn ausbaden.

Der Vorsatz abzunehmen ist ja nicht neu. Den schleppe ich jetzt schon Monate mit mir herum. Und mindestens genausoviele Monate übe ich mich in der hohen Kunst des Aufschiebens. *hust* Aber jetzt geht es einfach nicht mehr. Es ist einfach…. nicht mehr schön.

Deswegen möchte ich sagen bye-bye Cremetörtchen, verpiss Dich Schweinehund und ruhe in Frieden Milka-Schokolade! Ich werd Euch verdammt vermissen, aber was muss, das muss…

Ab Montag wird hier abgenommen. Und dieser Blog ist meine Motivationshilfe. Genau das richtige Maß an öffentlicher Aufmerksamkeit um mich (hoffentlich) zum Durchhalten zu verleiten. Wäre ja peinlich wenn ich hier in 3 Monaten zugeben müsste, dass ich noch derselbe Brummer bin wie heute.